UNTERRICHT

Unterricht in der Grundschule ist mehr als Rechnen, Schreiben, Lesen …

Natürlich nehmen diese Grundfertigkeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik breiten Raum im Schulvormittag ein. Aber auch Englisch, Sachunterricht, Religion, Musik, Kunst, Sport und Schwimmen gehören zum wöchentlichen Pflichtprogramm.

Daneben gibt es an unserer Schule weitere Schwerpunkte und Besonderheiten, die den Unterricht bereichern, die die Kinder fördern und fordern und das Schulleben bunt und anregend gestalten, wie z. B. die verschiedenen Elemente der Begabungsförderung, der Umgang mit Neuen Medien, die Öffnung von Schule, die Leseförderung oder ReLv.

BEGABUNGSFÖRDERUNG

Unter dem Leitgedanken „Schule als Ort für Talententwicklung aller Schülerinnen und Schüler“ überprüfen wir kontinuierlich unsere pädagogische Arbeit. In Zusammenarbeit mit der Schul- und Bildungsberatung des Kreises Gütersloh sowie der Kapellenschule Avenwedde entwickelten wir 2005/06 und 2006/07 als Pilotschule ein Konzept zur Diagnose und Förderung kindlicher Begabungen, unterstützt von der Stadtstiftung Gütersloh.

Wir gehen davon aus, dass jedes Kind besondere Begabungen mitbringt, die es zu entdecken, zu fördern und zu entfalten gilt. Ziel ist es, Interesse zu wecken, Fördermöglichkeiten zu entwickeln und die Lernmotivation der Kinder zu stärken.

Um den unterschiedlichen Begabungen gerecht zu werden, setzen wir auf qualitative Differenzierung durch Freiarbeit, Wochenplanarbeit, Stationenlernen, Werkstätten und Projektarbeit, ergänzt durch weitere Möglichkeiten, die Arbeiten im eigenen Tempo ermöglichen.

Selbstständiges Arbeiten

Vorbereitend unter anderem auch auf die Expertenarbeit (siehe unten) finden sich in unserem Schulprogramm zahlreiche Elemente, die selbstständiges Arbeiten anregen und ermöglichen. Damit kann gewährleistet werden, dass Kinder auf unterschiedlichem Niveau gemeinsam an Themen arbeiten und so in ihren individuellen Fähigkeiten weitestgehend gefördert werden können.

Die Kinder sammeln individuell auf verschiedenen Ebenen Erfahrungen mit selbstständigem Arbeiten:

➜ freie Lese- und Schreibzeiten
➜ Veröffentlichung von Texten
➜ informierendes Lesen
➜ offene Unterrichtsformen
➜ Schulung der methodischen Kompetenzen

Expertenarbeit

Die Expertenarbeit im 4. Schuljahr ist ein zentraler Bestandteil der Begabungsförderung. Jedes Kind bearbeitet über einen längeren Zeitraum ein eigenes Thema.

Zunächst wird das Thema gefunden und in einer Liste festgehalten, unterstützt von der Lehrerin. Danach erstellt jedes Kind eine Mind-map, sammelt Informationen aus verschiedenen Medien und besucht ggf. die Stadtbibliothek.

Anschließend werden die gesammelten Stichwörter ausgeformuliert. Unterrichtsstunden und Hausaufgaben dienen zur Weiterarbeit. Zum Abschluss gestalten die Kinder eine Präsentation für die Klasse und ggf. für die Eltern.

Drehtürmodell

Im Schuljahr 2006/07 wurde mit Mitteln der Stadtstiftung Gütersloh und später der Familie Osthushenrich-Stiftung ein Drehtürmodell an unserer Schule installiert. Studenten der Universität Bielefeld sowie Fachleute unterschiedlichster Professionen erteilen verschiedene Kurse für Kinder mit besonderen Interessen. Seither gab es im Wechsel die unterschiedlichsten Angebote: Philosophie, Mathematik, Geografie, Biologie, Ökologie, Französisch, Spanisch, Chinesisch, Malerei, Zeichnen sowie PowerPoint-Präsentation. Für eine Unterrichtsstunde pro Woche verlassen die von ihren Klassenlehrerinnen ausgewählten Kinder aus den 3. und 4. Schuljahren den normalen Unterricht, um parallel daran an einer Veranstaltung im Drehtürmodell teilzunehmen.


Sonstige Projekte

Daneben suchen wir immer wieder nach außerschulischen Partnern, die interessante Arbeitsgemeinschaften in unserem Haus anbieten können. Regelmäßig gibt es Angebote wie beispielsweise eine Schach-AG unter der Leitung des Gütersloher Schachvereins. Auch beteiligen wir uns regelmäßig am Landesprojekt „Kultur und Schule“, mit dem wir schon die unterschiedlichsten Künstler mit Projekten im Bereich Literatur, Musik, Kunst und Film in unser Haus geholt haben.


GEMEINSAMES LERNEN

Im Schuljahr 2013/14 sollten alle Schulen der Stadt Gütersloh zu Schulen des Gemeinsamen Lernens umgewandelt werden. Aufgrund fehlender sonderpädagogischer Ressourcen wurde die Grundschule Isselhorst zunächst nicht umgewandelt.

Aus dieser Zeit stammt der Leitsatz zur Inklusion: „Inklusion ist ein sozialer Lernprozess aller Beteiligten, der die Gleichwertigkeit und Verschiedenheit aller Kinder anerkennt und jedem Kind ermöglicht, in individuellen Entwicklungsprozessen die Lernziele zu erreichen.“

Im Schuljahr 2018/19 beschloss der Schulträger, in der Grundschule Isselhorst Gemeinsames Lernen einzurichten. Seit dem Schuljahr 2019/20 können Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf daran teilnehmen. Die Schule verfügt über eine Lehrerstelle Sonderpädagogik und entwickelt ein Konzept zum Gemeinsamen Lernen.

ES IST LESESTUNDE

Lesen hat eine Schlüsselfunktion für den Schulerfolg und auch für den kompetenten Umgang mit den verschiedenen neueren und neuesten Medien. Es fördert wichtige kognitive Fähigkeiten. Kinder unterscheiden sich erheblich in ihrer Leseerfahrung, ihrer Lesekompetenz und ihren Lesevorlieben. Deshalb muss der Unterricht ein breites Leseangebot bereithalten. Für den Aufbau einer Lese-Schreib-Kultur in unserer Schule soll neben einer leseförderlichen Lernumgebung mit Schul- und Klassenbücherei im Unterricht die besondere Förderung der Lesefähigkeiten, der Lesemotivation und des Leseverständnisses der Kinder treten.

Als eine wichtige Möglichkeit der Leseförderung und der Förderung des selbstvergessenen Lesens wurde in unserer Schule die Einrichtung freier Lesezeiten in Form einer regelmäßigen Lesestunde festgeschrieben, um so den Aufbau und die Förderung von Lesemotivation und Leseinteressen zu unterstützen.

Um die Lesestunde fest zu etablieren und den Ablauf zu ritualisieren, werden bestimmte Vorgaben und Regeln verabredet.

Was sind freie Lesezeiten?

➜ Die Kinder vertiefen sich individuell in die Bücher ihrer persönlichen Wahl.

➜ Nicht alle lesen zur gleichen Zeit denselben Text.

➜ Jedes Kind liest entsprechend seinen Interessen und seinem Tempo den Lesestoff, den es sich ausgesucht hat.

Ablauf einer Lesestunde

➜ Die Lesestunde findet regelmäßig zu einem festen Termin statt.

➜ Gemeinsamer Beginn

➜ Wenn eine Buchvorstellung angemeldet wurde, nimmt das Kind auf dem Lesethron Platz und stellt das ausgewählte Buch vor.

➜ Zeit zur Orientierung: Die Kinder versorgen sich mit Lesestoff, machen es sich gemütlich und beginnen zu lesen.

➜ Zeit zum freien Lesen: In einer ruhigen Phase lesen die Kinder ihr mitgebrachtes oder ausgeliehenes Buch, notieren ihre Leseerfahrungen im Lesetagebuch oder bereiten eine Buchvorstellung vor.

➜ Ende der Lesestunde: Die Kinder geben dem Ausleihdienst Bücher zurück oder leihen Bücher aus. Über das Gelesene kann in einer kurzen Runde gesprochen werden.

 

 

Lesetagebuch

Jedes Kind führt ein selbstgestaltetes Lesetagebuch, dessen Nutzung gemeinsam erarbeitet und verabredet wird. Jedes gelesene Buch findet sich zumindest mit einer Kurznotiz im Tagebuch wieder. Weitergehende Eintragungen sind freiwillig.

MEDIEN IN DER SCHULE

Die Arbeit mit digitalen Medien gehört mittlerweile zum Unterrichtsalltag, wobei der Einsatz klassischer Medien (Kinderbücher, Sachbücher, Lexika) weiterhin wichtig bleibt. Die Medienarbeit umfasst Integration in den Unterricht, Lernen mit Medien zur Veranschaulichung von Inhalten und Recherche, sowie Lernen über Medien, um einen kritischen und verantwortungsvollen Umgang zu fördern.

Tablets, Handys, Spielkonsolen und Fernseher gehören zur Lebenswirklichkeit der Kinder. Um die Schlüsselqualifikation Medienkompetenz zu fördern, werden diese Erfahrungen in den Unterricht eingebunden.

Alle Klassen- und Fachräume sind mit interaktiven Displays ausgestattet, jede Klasse verfügt über einen Tabletkoffer mit 15 Tablets, die in allen Unterrichtsfächern genutzt werden.

Die Schule nimmt am Projekt „Schule und digitale Bildung“ teil, einem Kooperationsprojekt zur Unterrichtsentwicklung, unterstützt von regionalem Bildungsbüro, Schulaufsicht, Bertelsmann Stiftung und weiteren Partnern. Schulleitung und Kollegium werden regelmäßig fortgebildet, u. a. im Rahmen der Fortbildung „Unterrichtsentwicklung: Lernen und Lehren in einer Kultur der Digitalität“.

RECHTSCHREIBEN UND LESEN FÖRDERN MIT ReLv

Rechtschreiben erforschen – Lesen verstehen (ReLv)
ReLv im Kreis Gütersloh

ReLv vermittelt Rechtschreibstrategien und hilft Kindern, die richtige Schreibweise durch aufeinander aufbauende Vorgehensweisen zu erschließen. Nur wenige Merkwörter müssen noch auswendig gelernt werden.

ReLv ist im gesamten Kreis Gütersloh anerkannt und wird in fast allen Grundschulen sowie vielen weiterführenden Schulen angewendet. Ein großer Teil der Grundschullehrerinnen und -lehrer wurde in regelmäßigen Schulungen fortgebildet. Im Kollegium der Schule gab es eine interne Fortbildung 2005, und neu aufgenommene Kolleginnen nehmen an regelmäßigen ReLv-Fortbildungen teil.

Mit ReLv wird der silbische Aufbau der deutschen Sprache genutzt, um:

➜ Rechtschreibung zu erlernen
Regeln zu verdeutlichen
➜ Strategien zu verinnerlichen
➜ Fehler zu vermeiden und zu korrigieren
➜ ein Rechtschreibgespür zu entwickeln

Zentrale ReLv-Strategien erschließen ca. 80 % aller Wörter der deutschen Sprache:

➜ schwingen
➜ weiterschwingen
➜ ableiten

Im silbenorientierten Ansatz wird jedem Laut ein Buchstabe oder eine Buchstabenkombination zugeordnet. ReLv nutzt das Zusammenspiel von Auge, Ohr, Mund und Bewegung zur:

➜ Synchronisation der Sinne
besseren Wahrnehmung
inneren Regelbildung
höheren Lernmotivation und Aufmerksamkeit

ReLv in unserer Schule

Ziele von ReLv

➜ Mehr Sicherheit in der Rechtschreibung
➜ Reduzierung der Anzahl von „LRS“-Kindern
Erwerb und selbstständige Anwendung von Rechtschreibstrategien beim Verfassen und Korrigieren eigener Texte
➜ Sprachforschung und Erweiterung des Wortschatzes

Didaktische Kernelemente
ReLv basiert auf systematischer Strukturierung und differenziertem Aufbau. Ausgangspunkt ist der handlungsorientierte Zugang durch Sprechschwingen und -gehen. Durch Automatisierung einfacher Wörter und Reflexion über Lernwege lernen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Rechtschreibstrategien selbstständig anzuwenden.

Rechtschreibunterricht bei ReLv verbindet strategisches Üben mit inhaltlichen Themen in allen Unterrichtsfächern. Die Schüler erschließen die Schreibweise auch schwieriger Wörter, übernehmen Verantwortung für ihre Schreibprodukte und fördern intensiv ihre Sprachkompetenz. Differenzierung erfolgt über individuelle Aufgabenstellungen und gezielte Bearbeitung von Fehlerschwerpunkten.

MATHEFÖRDERUNG MIT PReSch & ReEL

PReSch: Prävention von Rechenschwierigkeiten

In Zusammenarbeit mit der Universität Bielefeld bietet die Schul- und Bildungsberatungsstelle des Kreises Gütersloh unter dem Kürzel PReSch eine einjährige Fortbildung für Lehrerinnen und Lehrer an. Ziel ist es, Rechenschwächen bei Kindern zu erkennen und gezielt zu fördern. Mehrere Lehrerinnen unserer Schule haben teilgenommen, und das Testmaterial steht in der Schule zur Verfügung.

Fehlende Vorläuferfähigkeiten werden durch das Schuleingangsspiel festgestellt. Auffällige Kinder werden vor Schulbeginn zu einem freiwilligen Mathevorkurs eingeladen und einmal wöchentlich gefördert.

Geförderte Fähigkeiten und Kompetenzen:

➜ Vorläuferqualifikationen durch Zählübungen, Zahldarstellungen, Sortieren und Zählen von Mengen
➜ Sicheres Zählen
➜ Zahlzerlegungen von 5–10
➜ Simultane Zahlauffassung
➜ Zahlen erkennen und darstellen (Rechenrahmen, Cuisinairestäbe, MSB)
➜ Sicherer Umgang mit Rechenmaterial und schrittweises Ablösen
➜ Stellenwerte entdecken und nutzen
➜ Operationsverständnis für Addition, Subtraktion, Multiplikation, Division; Automatisierung von Grundrechenarten und Einmaleins
➜ Weiterführung und Entwicklung von Rechenstrategien

ReEL: Rechenförderung mit Eltern und Lehrkräften

Erstmalig im Schuljahr 2022/23 bietet die Grundschule Isselhorst in Zusammenarbeit mit der Bildungs- und Schulberatungsstelle des Kreises Gütersloh ein Trainingsprogramm an, mit dem Eltern Übungen an die Hand bekommen, mit denen sie ihre Kinder beim Rechnenlernen unterstützen können.

Das Trainingsprogramm ReEL richtet sich an Eltern von Kindern mit besonderen Schwierigkeiten beim Mathematiklernen. In 6 Trainingssitzungen lernen die Eltern Übungen kennen, mit denen unter Anwendung von geeigneten Materialien die grundlegenden Fertigkeiten des Rechnens trainiert werden können. Während der Trainingssitzungen führen die Eltern die Übungen mit ihren Kindern durch und wiederholen diese bis zum nächsten Treffen regelmäßig auch zu Hause.

Die Trainingssitzungen werden gemeinsam von einer Schulpsychologin und Lehrkräften der Schule durchgeführt.

In diesem Jahr ist der Kurs offen für alle interessierten Eltern und Kinder. Ab dem kommenden Schuljahr soll der Kurs regelmäßig für Kinder aus dem zweiten Jahrgang angeboten werden.

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